18. Bierfest im Burggraben

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Der Burggraben von oben, im Hinterrgrund rechts das Hexenhäusl. Eher was für Touristen.

Der Publikumsandrang beim 18. Bierfest im Burggraben (03. – 07. Juni 2015) war bis auf den ersten Tag, wo richtig was los war, überschaubar.

Die verkosteten Biere waren durchweg von hoher Qualität. Noch immer kann man sich bedenkenlos bei einer der Brauereien niederlassen und sitzen bleiben.

Ein paar  außergewöhnliche Biere möchte ich aber doch kurz skizzieren. Vorweg muss man sagen, dass eine Verkostung im strengen Sinne auf dem Bierfest fast nicht möglich ist. Die Essensgerüche und der Lärm sind einfach zu störend.

 

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Das Rittmayer Bitter 58, hellgelb, recht trüb, beständiger feiner Schaum.

Sehr schlanker Körper, Grapefruit, grüne deutsche Hopfenaromen, kompromisslos herber Abgang, langer Nachhall.

 

 

 

2015-06-03 20.39.58Zwanzger Equinox, Bernstein, hefetrüb, feinporiger Schaum, schlanker Körper, fruchtige Mitte und fruchtig herber Abgang. Sehr aromatisch. Etwas mehr Kohlensäure wäre gut.

 

 

 

 

 

2015-06-04 17.32.17Hembacher Spezial Festbier. Fürs Bierfest gebraut.

Recht klar, Kupferfarben, feiner Schaum, durchtrainierter Körper, malzig, vollmundig, gut gehopfter Abgang. Ein Bier wie eine Mahlzeit. Das ist halt hohe fränkische Braukunst. Ein dunkles Lagerbier mit erkennbar hopfigen Abgang, sehr rund und harmonisch gebraut. So etwas findet man außerhalb Frankens nur selten!

 

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Wiethaler Hoptimum.

Hellgelb, hefetrüb, beständiger Schaum.

Nase: Grapefruit- und Citrusaromen.

Schlanker Körper, fruchtige Mitte, herber Abgang, langer Nachhall.

Herber und besser als letztes Jahr, man hat ordentlich Hopfen in die Hand genommen, das hat dem Pale Ale sehr gut getan.

 

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Pyraser, Liebe im Kornfeld. 5,5 % Alc. Vol. 6 verschiedene Malze, Hopfen: Spalter Select.

Bernstein, etwas heller als das IIPA, hefetrüb. Beständiger Schaum.

Recht schlanker Antrunk, samtige Mitte mit etwas Vanille, fruchtig säuerlicher Abgang.

Nase: Vanille, sanfte Säure, sanft carbonisiert. Sehr fein!

Das ist ein Bier, das man noch einmal in anderem Ambiente trinken muss. Denn ausgeschenkt wurde das in einem wackligen Bauwagen mit wackligem Anhänger. Die Tische waren mehr als schräg. Das 0,1 er kostete 3.- €. Bei allem Respekt, aber das geht zu weit! So vergrault man Sympathisanten. Immerhin bekommt man das am Craftbeer Stand nebenan, so er denn geöffnet hat, umsonst. Wie sich das vereinbart? Pfffft.

 

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Kommen wir zur Gastbrauerei: Storchenbräu, helles Export.

Hellgelb, sehr klar, feiner Schaum, recht gut haltbar. Leicht malziger Antrunk, aber nicht aufdringlich. Vollmundige Mitte, hopfiger Abgang. Wohl carbonisiert.

Ausgewogenes Exportbier, dem Stil entsprechend.

 

 

 

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Main Seidla, Brauhaus Binkert. Amber Spezial.

5,9% Alc. Vol. 13,8 % Stammwürze. Hopfen gestopft.

Bernstein, schon fast rot, leicht trüb, feiner Schaum

Malziger Antrunk, dennoch schlanker Körper. Ab der Mitte schon hopfig. Das geht sofort ineinander, Malz und Hopfen, bis in den Abgang. Der Hopfen überwiegt aber am Ende. Gut carbonisiert. Samtig im Mund. Nase: grün, Haselnuss, Spalter Select?

Saubere Arbeit, Hervorragend! Das Brauhaus Binkert gibt es seit 2012 in Breitengüßbach.

 

 

 

Bierpapst2015-06-07 16.08.09

 

Rechts, Selfie oder wie des hassd.

Am schönsten wars am Craftbeer Pavillion. Der gut gelaunte fränkische Bierpapst Markus Raupach ( links) hat äußerst fachkundig über die neuen Biere referiert. Dazu nette Gespräche mit Brauerkollegen und reichlich Bierproben, so lässt es sich leben.

 

 

2015-06-07 15.17.45So, das Beste kommt zum Schluß. Hofmühl Columbus. Imperial Pale Ale, 10,5 % Alc. Vol.

Goldgelb, recht klar, kein Schaumwunder.

Süßlich, malziger Antrunk, unglaublich fruchtige Mitte, herb, fruchtig, säuerlicher Abgang, langer hopfiger Nachhall.

Unglaublicher Geruch. Allerhand Früchte, Aprikosen, Zitrusfrüchte, Grapefruit. Sanft carbonisiert und trotz der 10 % Alc irgenwie erfrischend.

Das einzig störende war der Preis und der junge unflexible Zapfer. Mit dem Sektglas abgemessen und ins von mir geforderte Weinglas umgefüllt, dass da ja kein Tropfen zuviel reinkommt. Bei einem Preis von 3,50 € für 0,1 l ist das mehr als geizig.

Das Begleit Magazin zum Bierfest wurde, so scheint es mal eben nebenbei vom Praktikanten zusammengestellt. Die Dame auf dem Titelbild mit braunem Hals und bleichem Ausschnitt hat zu allem Überfluss gleich zwei rechte Arme, aber immerhin einen guten Zahnarzt.

Dass der Craftbbeer Pavillion nur von 14 bis 18 Uhr geöffnet hatte und am ersten Tag gar nicht besetzt war, wurde auch mit keinem Wort im Magazin erwähnt.

Die Öffnungszeiten für den Sonntag sind falsch angegeben mit 17 bis 22 Uhr. Im Internet war es mit 11 bis 22 Uhr richtig angegeben. Das mag auch erklären warum es am Sonntag nachmittag ziemlich leer war, auf dem Bierfest.

Trotzdem war das unterm Strich wieder eine gelungene Veranstaltung.

Ach so, einen Geheimtipp hab ich noch: Nikl Tequila Bock. Die Beschreibung ist recht überschwänglich, trifft aber die Sache recht genau.